Messehalle 6 Frankfurt am Main, 2016
Ertüchtigung Messehalle 6, 2009-2017
WINNER ICONIC AWARDS ARCHITECTURE 2017

Brandschutzsanierung und Fassadengestaltung der Messehalle 6 im laufenden Betrieb.
Die im Jahr 1963 erbaute Halle (Architekt Martin Schoenmarkers) befindet sich inmitten des Frankfurter Messegeländes. Auf einer Grundfläche von ca. 160m x 70m verteilen sich 35.500 qm Ausstellungsfläche auf vier Hallenebenen. Die Halle wird im laufenden Betrieb umfassend von innen und außen instandgesetzt und modernisiert.
   

Fassade. Im Zuge der brandschutztechnischen (und energetischen) Sanierung erhält die Halle eine neue Fassade. Ziel der neuen Fassade ist es, dass die Halle als eine Einheit wahrgenommen wird, sowohl von Nahem als auch von Weitem (Blick aus der S-Bahn). Zuvor hatte die in mehreren Bauabschnitten erstellte Bestandshalle ein sehr heterogenes Erscheinungsbild, da die unterschiedlichen Hallenabschnitte jeweils durch eine Gebäudefuge voneinander abgesetzt waren.

Um den Brandschutz zu erfüllen, erhalten die Hallenstirnseiten zwei fassadengroße vollflächig zu öffnende Glaslamellenfenster als Nachström-Öffnungen für die neue Entrauchungsanlage. Die Längsfassaden integrieren zusätzliche für die Entrauchung notwendige Lüftungsöffnungen.

     Die stirnseitigen Lamellenfenster werden mit einer großmaßstäblichen Blecheinfassung gerahmt und geben der Halle ein repräsentatives Gesicht in Richtung S-Bahn und neuem West-Eingang. Der Rahmen, der wie die Schnittkante der ruhigen Blechfassade der Nordseite wirkt, ist auf Fernsicht angelegt. Zwei weitere Rahmungen markieren den Gebäudeeinschnitt in der Mitte der Halle und -vorsprung am anderen Ende der Halle und lassen die Passanten die Dimension der Halle auf einen kurzen Blick im Vorbeifahren erfassen.        Die stadträumlich eingebaute Südseite der Halle 6 ist auf Nahsicht angelegt. An ihr entlang verlaufen die fußläufige messeinterne Erschließungsachse "Straße der Nationen" und auf erster Hallenebene die Via Mobile. Naturgebrannte Keramikelemente in verschiedenen Farbschattierungen (6 Tonmischungen) nehmen die Materialität und Farbigkeit der Umgebung auf und schaffen einen freundlichen und städtischen Raum mit Aufenthaltsqualität für die Messebesucher. Das extra entwickelt Keramikprofil mit ein oder zwei horizontalen Fugen belebt die flächige Wirkung der 3.500 qm großen Keramikfassade und überspielt die Öffnungen und Versprünge des Bestandes. Die leichte konkave Krümmung der Profile verstärkt durch die Licht- und Schattenwirkung die natürliche Materialeigenschaft der Keramik.
           Innenraumsanierung und Foyerdesign. Entlang der Längsfassaden flankieren Technik-, Büro- und Nebenräume die 4 Hallengeschosse auf 9 Ebenen, die im laufenden Messebetrieb umgenutzt und saniert werden.

Das durch Rolltreppen verbundene, mehrgeschossige Foyer im westlichen Hallenanbau wird bis auf den Rohbau entkernt und neugestaltet. Großflächige Oberflächen beruhigen die Foyerebenen und bringen die neuen Eingangsportale der Hallen sowie die roten Ziffern des neuen Messe-Leitsystems zur Geltung.
         Bauherr: Messe Frankfurt Venue GmbH
Leistungen: LPH 1-9, erweiterte Projekt-/ Kostenkontrolle
Beschreibung: Bestandserfassung, Genehmigungsverfahren
für Nutzungsänderungen (Sonderbau– Hochhaus),
Brandschutzsanierung, Innenausbau, Neugestaltung der
Foyers und Fassaden im laufenden Messebetrieb
Standort: Frankfurt
BGF: 56.000 qm / BRI: 295.000 cbm
Leistungszeitraum: 2009 bis geplant 2015
Fotos: M. Kölling
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